Sirmione ist eine italienische Ortschaft am Südufer des Gardasees. Das historische Zentrum liegt auf einer schmalen Halbinsel, die in den See hineinragt. Sirmione gehört zur Provinz Brescia in der italienischen Region Lombardei und hat rund 8.300 Einwohner. Der Landzipfel, auf dem die Altstadt liegt, misst an seiner längsten Seite etwa 1.250 Meter und ist rund 750 Meter breit; mit dem flacheren Ansatz reicht die Halbinsel gut vier Kilometer in den See hinein. Sie besteht im Wesentlichen aus zwei Erhebungen – „Cortine“ und „San Pietro in Mavino“ – und läuft an der Spitze in dem Felssporn aus, auf dem die „Grotten des Catull“ liegen.
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Sirmione gilt als der romantischste Ort am Gardasee.
Vom östlichen Ufer der Halbinsel hat man einen wunderbaren Blick über das Ostufer des unteren Gardasees, mit Bardolino und Lazise. Man kann durch die Altstadt schlendern, ein Eis essen, in den Thermen baden oder am Strand liegen. Und abends die pulsierende Altstadt erleben. Ein Traum für eine Hochzeitsreise!
Romantischer Bummel in der Altstadt von Sirmione
Die Altstadt von Sirmione ist durch enge Gassen und ruhige Plätze geprägt, in denen der Besucher zahlreiche Boutiquen und Antiquitätenläden, Cafés und Restaurants findet. Den Zugang bewacht die Scaligerburg (Castello Scaligero), die im 14. Jahrhundert unter Antonio della Scala fertiggestellt wurde und mit ihrem Hafenbecken und der Ringmauer den Ort vom Festland abriegelt. Wer die Halbinsel betritt, geht bis heute unter ihrem Torbogen hindurch.

Sirmione am Abend – wenn die Tagesgäste weg sind
Sirmione ist tagsüber voll. Die Halbinsel ist klein, und an einem schönen Sommertag drängen sich in den Gassen sehr viele Menschen. Der Ort verändert sich aber am späten Nachmittag spürbar: Die Reisebusse fahren ab, die Tagesgäste mit ihnen, und übrig bleiben die Übernachtungsgäste und die Einheimischen. Wer den romantischen Ruf von Sirmione überprüfen will, sollte deshalb nicht mittags kommen, sondern gegen Abend – oder gleich bleiben.
Am Abend haben die Restaurants an den Plätzen und entlang des Ufers geöffnet, die Eisdielen ohnehin, und der Weg an der Wasserkante lässt sich in Ruhe gehen. Die Burg ist abends von außen zu sehen, das Innere und die Ausgrabungsstätten schließen dagegen deutlich früher – wer sie besichtigen möchte, muss das tagsüber einplanen.
Anfahrt und Parken: die Altstadt ist zeitweise für Autos gesperrt
Das ist die Frage, die vor Ort am häufigsten für Ärger sorgt. Sirmione hat den Verkehr auf der Halbinsel beschränkt: An Wochenenden der Hochsaison und an Feiertagen dürfen private Fahrzeuge zwischen 14 und 19 Uhr nicht in die Altstadt fahren. Für 2026 waren nach Angaben des ÖAMTC insgesamt 31 solcher Tage vorgesehen; erstmals galt die Regel am Karsamstag, dem 4. April 2026. Vom Parkplatz Grifo fahren an diesen Tagen kostenlose Shuttlebusse bis etwa 21 Uhr, Hotelgäste werden mit Elektro-Golfwagen in die Altstadt gebracht, und Reisebusse müssen ihren Platz auf dem Parkplatz Monte Baldo vorab reservieren.
Praktisch bedeutet die Sperrung übrigens auch: Nach 19 Uhr ist die Zufahrt wieder frei. Das ist ein weiteres Argument für den Abendbesuch.
Unterkünfte in Sirmione finden
Wer auf der Halbinsel selbst übernachtet, hat den Ort nach Abfahrt der Tagesgäste fast für sich – und darf auch während der Sperrzeiten hineinfahren. Günstiger wohnt man am Ortsrand jenseits der Burg oder in Colombare; von dort sind es zu Fuß rund fünfzehn Minuten in die Altstadt.
Klima in Sirmione
Das Klima in Sirmione ist außerordentlich mild, wie überall am Gardasee. Das liegt nicht zuletzt auch an einer Thermalquelle, die in unmittelbarer Nähe von Sirmione im Gardasee entspringt. Dadurch wird das lokale Klima nochmal etwas milder, als an anderen Orten am See. Die Sommer am Gardasee sind ja generell schön warm, aber nicht zu heiß. Die Winter sind mild mit wenig Regen. Wie unterschiedlich das Wetter am Nord- und am Südufer sein kann, steht auf unserer Seite zum Wetter am Gardasee.
Schon die Römer machten hier Urlaub
Bereits zur Zeit der Römer war die Halbinsel ein Ferienort höhergestellter Familien. Von den in dieser Zeit entstandenen Villen sind heute nur die „Grotten des Catull“ an der Nordspitze erhalten – eine Ruine, die rund zwei Hektar bedeckt und damit zu den größten römischen Wohnanlagen Norditaliens gehört.
Ihren Namen verdankt sie dem Dichter Gaius Valerius Catullus, der im 1. Jahrhundert v. Chr. lebte und Sirmione in seinen Versen besungen hat. Gebaut hat er die Villa allerdings nicht: Sie entstand erst nach seinem Tod. Der Name ist eine spätere Zuschreibung, kein Besitznachweis.
Aus der Zeit der Langobarden, die sich im Jahre 568 in Oberitalien verbreiteten, entstanden verschiedene Klöster und Kirchen, von denen heute fast nichts erhalten ist. Die römischen Befestigungsanlagen wurden unter den Scaligern und später während der Herrschaft der Venezianer um- und ausgebaut.
Sehenswürdigkeiten in Sirmione
- Castello Scaligero – die Wasserburg am Eingang der Altstadt, 14. Jahrhundert, mit eigenem Hafenbecken.
- Grotte di Catullo – die römische Villenruine an der Nordspitze, rund zwei Hektar groß, dazu ein kleines Museum.
- San Pietro in Mavino – die älteste Kirche des Ortes; ihre Ursprünge reichen ins 8. Jahrhundert zurück.
- Santa Maria Maggiore – aus dem 15. Jahrhundert, errichtet an der Stelle eines langobardischen Vorgängerbaus.
- Die Thermen – gespeist von den Quellen Boiola, Virgilio und Catullo, deren Wasser mit rund 69 °C austritt und reich an Schwefel, Brom und Iod ist.
Orte in der Nähe
Am Südufer liegen Desenzano del Garda und, am gegenüberliegenden Ostufer, Bardolino. Wer vom Süden aus die Berge sucht, fährt an das Nordufer nach Riva del Garda oder auf die Hochebene von Tremosine. Eine Übersicht bietet unsere Seite Orte am Gardasee. Und wenn das Wetter nicht mitspielt: Was man am Gardasee bei Regen unternehmen kann.