Über Tignale steht auf einem freistehenden Felssporn, senkrecht über dem Wasser, eine Wallfahrtskirche. Sie ist einer der wenigen Orte am Gardasee, an denen sich Aussicht und Kunstgeschichte am selben Platz finden – und sie wird zum ersten Mal im Jahr 802 erwähnt.

Inhalt
Öffnungszeiten und Anfahrt
- Geöffnet vom 19. März bis 30. Oktober, 9 bis 18 Uhr. In den Wintermonaten geschlossen.
- Anfahrt: über die Via Montecastello von Tignale hinauf – eine steile Straße. Vor der Anlage liegt ein Parkplatz.
- Der letzte Abschnitt der Auffahrt ist von vierzehn Bildstöcken gesäumt, den santelle.
- Kein Eintritt – die Kirche gehört einer katholischen Einrichtung und ist ein Gotteshaus, kein Museum.
Wer im Sommer heraufkommt, merkt den Unterschied zum Ufer sofort: Die Hochebene von Tignale liegt mehrere hundert Meter über dem See.
Was drinnen zu sehen ist
Die Kirche hat drei Schiffe, mit einem Wechsel aus Rund- und Spitzbögen. Im Presbyterium steht die Casa Santa, in der das wundertätige Bild der Benedizione della Vergine aufbewahrt wird – ein Gemälde des 14. Jahrhunderts, das dem Umkreis Giottos zugeordnet wird. Gerahmt ist es von vergoldeten Holzarbeiten der Schnitzerfamilie Boscaì aus dem Valle Sabbia.
- Die Kuppel über dem Presbyterium trägt barocke Trompe-l’œil-Malerei und Kupfermedaillons mit Szenen aus dem Leben Marias, die Palma il Giovane zugeschrieben werden.
- In den Seitenschiffen hängen Leinwände des 17. Jahrhunderts von Andrea Celesti.
- Und das größte Ex-Voto Italiens. Gemalt hat es Giovanni Andrea Bertanza aus Padenghe; es erinnert an die schwierige Ergreifung und den Tod des Räubers Zanzuane.
Im älteren, unteren Teil der Anlage, zu dem ein dreibogiger Portikus führt, liegen Fresken des 16. Jahrhunderts über noch älterer Malerei.
Die Geschichte in Stichworten
- 802 – erste Erwähnung, damals ein kleiner Bau aus Chor und Altar.
- 1186 – eine Bulle Papst Urbans III., ausgestellt in Verona und heute im Bischöflichen Archiv von Trient, nennt die Errichtung des Heiligtums auf dem „Monte della Stella“.
- 1283 – während einer Schlacht zwischen Brescianern und Trentinern soll an diesem Ort ein ungewöhnlicher Lichtschein erschienen sein. Danach wurde die Kirche erweitert; deshalb gilt 1283 vielerorts fälschlich als Baujahr.
- 1670 bis 1690 – zwei neue Seitenschiffe, die Kuppelausmalung und die Barockaltäre.
- 1903 – Abschluss eines großen Umbaus, bei dem die Hauptfassade und die Schiffe ihr heutiges Gesicht bekamen.
In der Nähe
Auf der Hochebene liegen die Ortsteile von Tignale, nach Norden folgt Tremosine mit der Schauderterrasse, nach Süden Gargnano und Toscolano-Maderno mit der Valle delle Cartiere.
Quellen und Bildnachweis
Stand: 28. August 2026. Baugeschichte, Ausstattung und Öffnungszeiten nach dem Katalog Lombardia Beni Culturali der Region Lombardei, Datenblatt zum Santuario della Madonna di Castello in Tignale, abgerufen am 28. August 2026.
Öffnungszeiten können sich ändern. Wir prüfen alle Angaben sorgfältig. Sollte Ihnen eine Abweichung auffallen, schreiben Sie uns kurz – wir tragen die Korrektur nach.
Beitragsbild: Santuario Madonna di Montecastello, Foto EdiHoch. Über Wikimedia Commons, Lizenz CC0.