Die Seilbahn setzt einen auf 1.760 Metern ab. Das ist bequem – und genau darin liegt die Falle: Man steht binnen zwanzig Minuten im Hochgebirge, in der Kleidung, die man am See angezogen hat. Diese Seite sagt, welche Wege oben beginnen und was sie verlangen.

Inhalt
Die Wege ab der Bergstation
Alle Angaben nach dem Seilbahnbetreiber, Stand 28. August 2026.
- Colma di Malcesine – 3,6 km, 2 Stunden, 260 Höhenmeter, leicht. Rundweg über die Malga Zocchi di Sopra und die ehemalige Kaserne Tratto Spino. Der Einstieg für alle, die nur einmal oben laufen wollen.
- Tour zu den Almhütten – 7,5 km, 3 Stunden, 450 Höhenmeter, mittel. Über die Bocca di Navene und mehrere Malgen, zurück auf Weg Nr. 14.
- Cima Pozzette – 7 km, 3 Stunden, 400 Höhenmeter, mittel. Auf Weg Nr. 651 zum Gipfel auf 2.125 Metern, etwa anderthalb Stunden hinauf, zurück auf gleichem Weg.
- Sentiero del Ventrar – 5 km, 2 Stunden, 500 Höhenmeter, anspruchsvoll. Drahtseilgesicherte, ausgesetzte Stellen; der Alpenverein stuft ihn als EE ein, also als Weg für erfahrene Bergwanderer. Nichts für Menschen mit Höhenangst.
- Die Gipfeltour – 9 km und 4 Stunden pro Richtung, 800 Höhenmeter hinauf, anspruchsvoll. Über Cima Pozzette und Cima del Longino zur Cima Valdritta (2.218 m), dem höchsten Punkt des Massivs, und weiter zur Cima Telegrafo (2.200 m) mit dem Rifugio Telegrafo.
- Sentiero Naturalistico Prà Alpesina – 3,6 km, 1 Stunde 15 Minuten, 422 Höhenmeter bergab, leicht. Mit Tafeln zu Pflanzen, Tieren und den alten Almtraditionen.
Das Rifugio Telegrafo
Die Hütte auf 2.147 Metern gehört der Sektion Verona des Club Alpino Italiano und wurde am 26. September 1897 eingeweiht. Sie ist vom 1. Juni bis 30. September durchgehend geöffnet, an den Wochenenden im Mai und Oktober sowie in der Weihnachtszeit je nach Wetter- und Schneelage.
Das ist für die Gipfeltour im September wichtig: Anfang Oktober ist die Bewirtschaftung nicht mehr selbstverständlich.
Was man dabeihaben sollte
Der Betreiber der Seilbahn formuliert es selbst so: Die Leichtigkeit, mit der man vom See auf 1.800 Meter kommt, sollte nicht dazu führen, die üblichen Regeln zu vergessen. Auf dem Berg kann das Wetter plötzlich umschlagen.
- Feste Schuhe, Jacke, Mütze, Wasser, etwas zu essen. Turnschuhe und T-Shirt reichen für die Aussichtsplattform, nicht für den Kamm.
- Die letzte Talfahrt im Blick behalten. Wer sie verpasst, geht zu Fuß hinunter – das sind gut 1.600 Höhenmeter.
- Markierte Wege nicht verlassen, kein Feuer entzünden, Hunde an der Leine.
- Mountainbiken ist auf Wiesen, Weiden, in Wäldern, auf Skipisten, unter der Seilbahntrasse und auf Fußwegen untersagt.
- Notruf 112.
Hinauf kommt man auf drei Wegen
Mit der Seilbahn von Malcesine – Preise, Zeiten und Fahrradtransport stehen in unserem Beitrag zur Seilbahn Malcesine–Monte Baldo.
Mit dem Auto über die Provinzstraße SP 3 von Mori über Brentonico und San Valentino zur Bocca di Navene (1.425 m), wo ein kostenloser Parkplatz und zwei Wegeinstiege liegen. Achtung: Die SP 3 wird im Winter gesperrt; die Provinz Trient verfügt die Sperrung jedes Jahr neu.
Von Norden: Von den Prati di Nago (1.560 m) führt der Weg SAT 601 über den Monte Varagna auf den Monte Altissimo zum Rifugio Damiano Chiesa – 8,6 km, rund 4 Stunden, gut 760 Höhenmeter. Die Zufahrt geht über Nago und dann etwa 14 Kilometer Bergstraße bis zur Schranke.
Warum oben so viel blüht
Der Monte Baldo ist eine 38 Kilometer lange Kette. Seine Westflanke steigt vom Seespiegel auf 65 Metern bis über 2.200 Meter – mehrere Vegetationsstufen auf kurzer Strecke, von mediterraner Macchia bis in die alpine Zone.
Der Trentiner Parco Naturale Locale Monte Baldo umfasst 4.655 Hektar in fünf Gemeinden. Die Parkverwaltung beziffert, was das bedeutet: Im Park kommen 70 Prozent der Gefäßpflanzenarten, 75 Prozent der Brutvogelarten und 73 Prozent der Reptilienarten des gesamten Trentino vor.
Ein Detail zum Beinamen: Heute liest man oft „Garten Europas“. Historisch belegt ist etwas anderes – Gian Battista Olivi nannte den Berg in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts „Hortus Italiae“, den Garten Italiens, und Jean-François Seguier sprach im 18. Jahrhundert vom „Garten der seltenen Pflanzen“. Eine eigene Art trägt den Berg im Namen: die Endemitin Brassica baldensis.
Quellen
Stand: 28. August 2026. Wege, Gehzeiten und Verhaltenshinweise nach Funivie del Baldo; Hütte nach dem CAI Verona; Schutzgebiet und Artenanteile nach dem Parco Naturale Locale Monte Baldo; Tour auf den Monte Altissimo nach Garda Trentino; Höhen und Ausdehnung des Massivs nach der deutschsprachigen Wikipedia. Alle abgerufen am 28. August 2026.
Wir prüfen alle Angaben sorgfältig. Sollte Ihnen eine Abweichung auffallen, schreiben Sie uns kurz – wir tragen die Korrektur nach.
Beitragsbild: Monte Baldo nahe der Punta Telegrafo, Foto Adert. Über Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0.
Hinterlasse jetzt einen Kommentar